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Nvidia: Schmuggel von KI-Servern ist eine Sackgasse, warnt Huang

Nvidia: Schmuggel von KI-Servern ist eine Sackgasse, warnt Huang

Nach der jährlichen Aktionärsversammlung von Nvidia versteckte KI-Server sind wieder zum Thema Nummer eins geworden. Der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Jensen Huang, stellte auf die Frage nach dem Risiko, dass fortschrittliche Chips in Märkte gelangen könnten, die Sanktionen unterliegen, klar: Wenn geschäftliche Interessen mit der nationalen Sicherheit der USA kollidieren, hat Letztere Vorrang.

Die deutlichste Botschaft richtete sich jedoch an Käufer aus dem grauen Markt. Laut Huang ist der Aufbau eines Rechenzentrums aus illegal importierter Hardware ein Weg ins Nirgendwo – ohne Software-Updates, technischen Support und Wartung durch den Hersteller wird eine solche Infrastruktur schnell unbrauchbar.

Rechenzentrum mit KI-Beschleunigern in Rack-Schränken

Die begrenzte Verfügbarkeit von KI-Beschleunigern treibt den illegalen Handel mit Hardware an.

Huangs Äußerungen stehen in einem konkreten Kontext. Im März 2026 erhob die US-Staatsanwaltschaft Anklage An Yih-Shyan „Wally“ Liaw, Mitbegründer von Supermicro, und warf ihm vor, den Schmuggel von Servern mit Nvidia-Chips nach China geleitet zu haben. Der Wert der von dem Fall betroffenen Hardware wurde auf etwa 2,5 Milliarden Dollar geschätzt, und ein Teil der Lieferungen – laut Anklageschrift im Wert von fast 510 Millionen Dollar – soll bereits bei den Endabnehmern angekommen sein. Liaw hat sich nicht schuldig bekannt.

Auch in Taiwan wurden eigene Ermittlungen eingeleitet. Die dortige Staatsanwaltschaft durchsuchte mehrere Standorte und beantragte die Festnahme von drei Personen, die im Verdacht stehen, Frachtpapiere gefälscht zu haben, mit deren Hilfe die Supermicro-Server nach China, Hongkong und Macau gelangen sollten.

  • Die Bestellungen wurden von einer Scheinfirma aus Südostasien aufgegeben, die sich als rechtmäßiger Empfänger ausgab.
  • Server mit verbotenen Nvidia-Chips wurden zunächst nach Taiwan geliefert, angeblich für den regionalen Vertrieb.
  • Die Frachtpapiere wurden gefälscht und die Seriennummern ausgetauscht, um die Zollkontrollen zu täuschen.
  • Für die Zwecke der Audits wurden Dummy-Server erstellt, die legitime Lieferungen simulierten.

Die Auswirkungen der verschärften Kontrollen zeigen sich am deutlichsten auf dem Schwarzmarkt. Nach der Abschaffung des Graumarktes sind die Preise für verbotene Hardware in China stark gestiegen – laut Agenturberichten kann ein einzelner Server mit Nvidia-B300-Chips dort etwa eine Million Dollar kosten, also fast doppelt so viel wie der offizielle Preis in den Vereinigten Staaten. Die Situation wird zusätzlich durch die anhaltende Speicherverknappung verschärft, die die Kosten in der gesamten KI-Hardware-Lieferkette in die Höhe treibt.

Für Nvidia selbst hat der chinesische Markt heute weniger Gewicht als noch vor einem Jahr: China und Hongkong machten im Geschäftsjahr 2026 etwa 9 Prozent des Umsatzes aus, gegenüber 13 Prozent im Vorjahr. Zwar wurden Lizenzen für den Export von H200-Chips erteilt, doch – wie Huang einräumte – hat das Unternehmen daraus keine nennenswerten Umsätze erzielt und weiß nicht, ob China den Import zulassen wird. Trotz der Spannungen bleibt Nvidia ein Finanzgigant: Im vergangenen Geschäftsjahr erwirtschaftete das Unternehmen einen freien Cashflow von über 96 Mrd. Dollar und kündigte an, mehr als die Hälfte dieses Betrags an die Aktionäre auszuschütten.

Denn komplexe Systeme erfordern Updates, technischen Support und Wartung durch den Hersteller. Nvidia erklärt, dass es keine Hardware unterstützt, die unter Verstoß gegen Exportvorschriften importiert wurde.
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